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Caletta

Holsteiner Stute, Größe 1,66 m

Geb. 24.12.1984, Stamm 5054

von Caletto II aus der  Sidonie – Marlon XX – Napoleon – Fasching

Züchter: Günter Schüder, Bahrenfleth

Besitzer: Andreas Herskovits

 

„ DAS PFERD MEINES LEBENS ”

 

Ich bin damals im Oktober nach Schleswig-Holstein gereist und habe Pferde ausprobiert, die für die Elite Auktion einen Monat später bestimmt waren. Als ich dabei Caletta zum ersten Mal sah, wusste ich sofort, dass das ein Pferd für mich wäre. Spätestens als ich sie zur Probe ritt und ein paar kleine Sprünge mit ihr machte, war mir klar, dass ich dieses Pferde haben musste. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Bis zur Auktion vergingen dann noch sechs Wochen und für mich war das eine gefühlte Ewigkeit. Als dann endlich der Tag gekommen war, saß ich in Neumünster in der Holstenhalle wo sich zu diesem Anlass Interessierte und Käufer aus der ganzen Welt treffen. Mit einem Mal war die Katalognummer 116 in der großen Arena, wo sie der Auktionator vorstellte, er ruft das Anfangsgebot von 10.000,00DM auf. Und wie das so auf einer Auktion ist, stieg der Preis rasant nach oben. Eigentlich hatte ich gehofft, dass sie nicht so teuer wird. Egal, nun war ich gefragt. Ich hatte ein festes Preisbudget, das ich nicht übersteigen konnte. Da war Caletta jetzt angekommen. Ich hob die Hand und fing an mit zu steigern. Auf der anderen Seite saß ein Schweizer Interessent, der Caletta auch haben wollte. Es ging nur noch unter uns beiden hin und her. Ein Krimi hätte nicht spannender gewesen sein können. Im Nachhinein denke ich mir hat der ältere Mann erkannt wie sehr mir das Pferd am Herzen lag und hat sie mir überlassen.

Als dann die jungen Frauen zu mir kamen um meinen Namen aufzunehmen war ich so zitterig, dass meine Freundin das für mich übernehmen musste. Blumen und eine Flasche Champagner gab es auch dazu. Wir gingen dann gleich zu Caletta in den Stall und bewunderten sie. Endlich ist mein lang ersehnter Traum wahr geworden. Auf einmal kam ein großer Mann auf uns zu und stellte sich mit seinem Namen vor: „Moin!“ sagte er, „Ich heiße Günther Schüder und bin Züchter von diesem Pferd.“ Wir plauderten mit ihm, und er wollte wissen, wo wir wohnen und was wir mit seinem gezogenen Pferd alles vorhaben.

Meine Freundin und ich sind mit dem Auto nach Neumünster gereist, und auf der Heimreise, es waren über 800 km, gab es nur ein Thema: „Caletta“.  Zwei Tage später, ist dann meine Holsteiner Stute mit der Spedition gebracht worden.
Als sie vom Transporter herunter stieg, wurde mir endlich bewußt, mein Traum ist nun wahr geworden. Caletta war im Exterieur wie ein Vollblüter, was aber auch kein Wunder war, da sie sehr viel Vollblut in ihren Genen hatte. Auch vom  Interieur war sie sehr sensibel. Alles in allem eine sehr große Herausforderung für mich.

Fünf- und sechsjährig konnte ich mit ihr bereits in Springpferdeprüfungen Siege und Platzierungen erreichen. Ende sechsjährig konnte ich sie auch schon in Springpferde M vorstellen und gute Ergebnisse erzielen.

Siebenjährig ritt ich sie dann zum ersten Mal in einer schweren Prüfung. Beim Abgehen des Springparcours blieb mir fast das Herz stehen. Die Sprünge waren gewaltig hoch und die Oxer sehr tief. Als ich dann in den Parcours einritt hörte ich mein Herz klopfen und meine Nervosität übertrug sich sofort auf Caletta. Sie wurde unruhig und fing an zu trippeln. Am Ende des Parcours war aber dann klar, Caletta war ein Pferd für die großen Prüfungen.

Ihr größtes Problem war allerdings, dass sie zu ehrgeizig wurde und sich immer vor dem Sprung die Initiative ergriff. Das führte dazu, dass sie zum Sprung hin zu dicht kam und wir einen Fehler machten. Nachdem ich bei einem sehr bekannten und großen Reiter sah, mit welcher Zäumung er solch heftige Pferde ritt, damals war das die Stute „Classic Touch“, die denselben Vater wie Caletta hatte. Es war ein langes Hackermore. Das nutzte ich nun auch und ab  diesem Zeitpunkt an hatte ich die Kontrolle und konnte den Weg im Parcours harmonisch und im gleichmäßigen Rhythmus reiten.

Caletta war für mich nicht nur ein Pferd oder gar nur ein Sportgerät. Nein, wir hatten auch ein inniges Verhältnis zueinander. Wann immer ich in den Stall kam und sie aus der Box schaute, sah sie mich mit ihren großen braunen Augen an, als wollte sie mir sagen „Schön, dass du da bist!“

Eines Tages kam ich abends zum Füttern an ihre Box und sah sie nass geschwitzt auf dem Boden liegen. Sie drehte sich ständig mit dem Kopf zum Bauch. Ich wusste sofort, dass sie hatte eine Kolik hatte. Wir fuhren unverzüglich in die Klinik. Aber die Kolik war schon so weit fortgeschritten und der Kreislauf in einem so schwachen Zustand, dass man nichts mehr tun konnte. Caletta lag mit ihrem Kopf auf meinen Beinen und war am Ende ihrer Kräfte. Ihr Lebenswille war gebrochen und wenn sie hätte sprechen können, hätte sie gesagt „Bitte lass mich gehen!“. Der Tierarzt erlöste sie dann von ihren Qualen. Der Schmerz war kam zu ertragen.

Ich habe danach viele Pferde gezüchtet, gekauft und auch zur Probe geritten, aber ein Pferd das nur annähernd so war wie Caletta konnte ich nicht mehr finden. Sie war eine Persönlichkeit und wenn man sie beschreiben müsste, so war sie ein Pferd zwischen „Genie und Wahnsinn“. Sie fehlt mir immer noch sehr, sie war das Pferd meines Lebens.

Lonzo
Holsteiner Hengst, Größe 1,58 m

Geb. 15.04.1975   Stamm 318

von Ladykiller a. der Simona – Fantus – Ramiro

Züchter: Hermann v. Drahten

Besitzer: Andreas Herskovits

 

Lonzo war eigentlich ein Mädchen – Pferd, da er nur 1,58 m groß war. Allerdings war sein Herz gewaltig. Er war ein ganz Lieber, ich möchte fast sagen für einen Hengst schüchtern. Er war ein Traum zu reiten, es machte einfach nur Spaß mit ihm. Ich ritt ihn in Vielseitigkeitsprüfungen und im Springen. Bei meinem ersten L Springen konnten wir gleich gewinnen. Lonzo hatte für seine Größe eine große Galoppade und er war sehr wendig, was im Parcours hilfreich war. Er half mir auch, das silberne Reitabzeichen zu bestehen. Ich verkaufte ihn nach nur zwei Jahren wieder, was mir ehrlich gesagt immer noch leid tut, da er ein liebeswertes Wesen hatte.

 

 

Cindarella

Holsteiner Stute, Größe 1,62 m

von Calvados II a. der Mechthild von Ladykiller

Geb. 17.02.1989     Stamm 741

Züchter: Herbert Blöcker, Neuendeich

Besitzer: Sabrina Loh

 

Cindarella hatte in jungen Jahren eine Verletzung am Hinterbein die nicht schön aussah, aber auch keine Beeinträchtigung im Bewegungsablauf darstellte. Cindarella gehörte meiner Nichte die sie rein als Freizeitpferd nutze. Freundlicherweise stellte Sabrina mir die Stute für kleine Prüfungen in der Vielseitigkeit als auch in Springprüfungen zur Verfügung. Ihr Charakter war beeindruckend da sie für ihre Größe immer über ihren Schatten springen musste. Cindarella war eine kleine Stute, die reiterlich gut zu reiten war. Im Umgang

war sie sehr lieb und zeigte sich immer bemüht ihr Bestes zu geben.

 

 

Loureen

Holsteiner Stute, Größe 1,65 m

von Loutano a. der Jasmina – Alpenkönig xx – Tantime xx

Geb. 23.03.1992

Züchter: Herbert Blöcker, Neuendorf

Eigentümer: Andreas Herskovits

 

Ich muss voraus schicken, dass ich mit Herbert Blöcker mehr als 30 Jahre sehr gut befreundet bin. Herbert war Chefbereiter beim Holsteiner Verband. Zudem ein hervorragender Pferdemann mit Leib und Seele. Seine unzähligen Erfolge hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

 

Jedoch möchte ich einen Erfolg erwähnen den er sich mit seiner Lieblingsstute „Feine Dame“ erritten hatte. Es war die silberne Medaille bei der Olympiade in Barcelona. Ich bin froh und dankbar, dass ich ihn und seine Frau Rita kennen gelernt habe.

 

Zurück zu meiner Stute Loureen. Als sie auf die Welt kam, rief mich Herbert an und erzählte mir von ihr. Daraufhin stieg ich gleich ins Auto und fuhr nach Holstein bzw. zu ihm um mir das Fohlen anzusehen. Loureen war ein kleines zierliches und lebhafte Stutfohlen. Eigentlich war es schon im Vorhinein klar, dass, wenn ein Stutfohlen wird, ich es kaufen würde. Loureen, blieb dann bis sie vier Jahre alt war bei den Blöckers auf der Anlage und konnte dort mit anderen Fohlen aufwachsen. Bei ihr war klar, sie ist eine Vollblut – Stute wie sie nicht besser sein könnte. Man brauchte weder Sporen noch Gerte, so empfindlich war sie am Schenkel. Wie man so sagt, sie war ein heißer Ofen. Sie war eine leistungsbereite Stute. Ich konnte sie bis sechsjährig erfolgreich bis zur Klasse M reiten. Leider war ihr Sprungvermögen begrenzt. Ich verkaufte sie an eine junge Reiterin die sie in kleinen Prüfungen ritt und mehr als Freizeitpferd und einfach nur zum Liebhaben kaufte.

 

Casmeen

Holsteiner Stute, Größe 1,70 m

Geb. 05.05.2005, Stamm 741

von Catoki a. der Oncia – Contender – Landgraf – Sacramento Son xx

Züchter: Andreas Herskovits, Freising

Eigentümer: Andreas Herskovits

 

Casmeen wurde in meiner Reitanlage geboren. Bis Ende ihres dritten Lebensjahres ist sie in Holstein aufgewachsen. Ihr Charakter war ausgeglichen und zum Reiten war sie unkompliziert um nicht zu sagen einfach. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Turniere geritten bin, habe ich sie Nadja Kast zum Reiten gegeben. Die große Stute war in Springpferdeprüfungen sehr erfolgreich und konnte viele Turniere gewinnen. Auf einem Turnier sprach mit Simone Blum (Deutsche Meisterin 2016) an, und fragt ob sie Casmeen ausprobieren darf, da sie Interesse habe. Nachdem ihre Reitanlage nicht weit entfernt war, hatte ich die Stute eingeladen und bin zu Simone gefahren. Simone war begeistert, und wir wurden uns schnell einig. Als sie Casmeen in einer Springpferdeprüfung Klasse M, die zugleich eine Qualifikation für das Bundeschampionat war, ritt, konnte sie diese auf Anhieb gewinnen. Simone bildete sie sorgsam aus und konnte sie erfolgreich bis zu schweren Springen platzieren. Simone verkaufte die Stute dann an eine Familie deren Tochter ein Pferd suchte, mit dem sie sicher in den Springsport herangeführt werden konnte.

 

 

Dörte

Holsteiner Stute, Größe 1,67 m

Geb. 24.02.1989, Stamm 306

von Literat a. der Wenke I – Landego – Ritter – Consul

Züchter: Hans Heinrich Metzger, Jerrishoe

Eigentümer: Christine und Lorenz Wiedmann

 

Eines schönen Tages fuhr Familie Wiedmann zu mir auf meine Reitanlage. Wir kannten uns noch nicht, und sie fragten, ob ich noch eine Box frei habe. Nachdem sie mir erzählten, dass ihr Pferd eine Holsteiner Stute war, war es für mich eine Ehrensache und versprach ihnen einen Platz im Stall.
Einen Monat später brachten sie dann Dörte. Ich betrachtete sie mir und dachte, hübsch ist sie gerade nicht. Einen etwas zu großen Kopf und etwas lang im Rücken. Im Umgang war sie brav und ausgeglichen. Christine ritt in meinen Springstunden und fand schnell vertrauen und Freude an der Stute. Auch Dressurmäßig wurde die Zusammenarbeit zwischen Dörte und Christine immer besser. Ab und an durfte ich die Stute auch reiten.
Dörte hatte eine Größe von 1,65 m. Ich kam gut mit ihr zurecht und sie gab mir am bzw. über den Sprüngen ein gutes Gefühl. Christine fragte mich ob ich sie nicht mal auf einem Turnier reiten möchte. Ich sagte zu. Allerdings war es nicht so leicht. Dörte hatte noch keine Turniererfahrung und ich war mit meiner Leistungsklasse gehandicapt und durfte in kleinen Prüfungen nicht mehr starten. Also mussten wir gleich mit einem L Springen beginnen. Nach einem intensiven Training war es dann soweit. Ein kleines Turnier, ideal um einen Einstieg für Dörte zu ermöglichen.
Die Stute war anfänglich noch irritiert von dem fremden Platz und den Zuschauer. Was sich aber von Sprung zu Sprung besserte. Christine und ihr Mann waren fast auf allen Turnieren dabei bei denen ich ihre Holsteiner Stute ritt. Ich durfte Dörte einige Jahre im Sport reiten, und wir sind gut zusammen gewachsen und waren ein erfolgreiches Team bis zur Klasse M.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Christine und Lorenz edanken, dass sie mir ihr Pferd anvertraut hatten um sie auf Turnieren zu reiten. Dörte ist inzwischen eine alte Dame geworden und ist mit Gleichgesinnten auf einer schönen Rentnerkoppel. Was allerdings geblieben ist, ist eine bleibende Freundschaft worüber ich mich besonders freue.

 

 

Divinee

Westfahlen Stute, Größe 1,63 m

Geb. 15.01.2009

Diarado – Voltaire

Züchter: Heinz Schulte, Ahlen

Besitzer: Andreas Herskovits

 

Als ich Divinee kaufte war sie vierjährig und gerade angeritten. Über den Winter wurde sie von mir longiert und geritten. Im Frühsommer brachte ich sie dann zu Julia Schönhuber die sie in Ausbildung nahm. Divi, so wurde sie genannt, ist eine hübsche dunkelbraune Stute mit einem Stockmaß von 1,63 m. Die kleine Stute ist sehr schön zu reiten und ist stets bemüht alles richtig zu machen. Ihren Namen wird sie ganz und gar gerecht, denn sie in der Tat göttlich und das wusste sie auch.

Divi war ein Schleifenpony, denn in all ihren Springpferde Prüfungen hatte sie gewonnen oder war hoch platziert. Julia stellte sie auch in einer Prüfung für das Bundeschampionat vor, die sie mit Abstand gewonnen hatte. Ich habe Divi im Frühjahr (da wurde sie sieben) an die Familie Schüller für ihre Tochter Annika (die sich gleich nach dem ersten Probereiten in Divinee verliebt hatte) verkauft. Annika war schon mit ihrem Pony erfolgreich in Dressurprüfungen unterwegs, wollte allerdings in den Springsport umsteigen. Divinee

war genau das richtige Pferd für sie. In Windeseile wurden sie ein erfolgreiches Team, und Divi wurde auch für Annika zum Schleifenpony  und vor allem das Pferd ihres Herzens.

Durch fleißiges Training wird Annika schon im kommenden Jahr mit Divinee in den Kader berufen. Ich freue mich sehr, dass Divinee die richtige Reiterin gefunden hat. Vielleicht hat Annika mit Divinee das Glück, das ich mit meiner Caletta hatte.

 

 

 

Carlo

Holsteiner Wallach, Größe 1,64 m

Geb. 20.04.2005, Stamm 844

Cosimo a. der Paola – Coriano – Leuthen

Züchter: Georg Wischendorf, Duvensee

Besitzer: Andreas Herskovits, Freising

 

Carlo kaufte ich per Telefon ohne ihn vorher je gesehen zu haben. Er war schon fünf Jahre alt, hatte aber noch keine Turniererfahrung. Ich ließ ihn von Nadja Kast in Springpferdeprüfungen der Klasse A und L vorsichtig ausbilden, in denen er auch siegte. Sechsjährig stellte ich ihn zu Simone Blum die ihn zwei Jahre für mich weiter ausbildete. Carlo konnte sich schon mit sieben Jahren in schweren Springen platzieren.

Mein Freund Ciaran Howley rief seinen Freund Cian O`Conner (Bronze Medaille Olympiade 2012 in England) an, und erzählte ihm von Carlo. Cian setzte sich in das nächste Flugzeug und kam zu mir um Carlo auszuprobieren. Er ritt nur über ein paar Sprünge die nicht einmal so hoch waren und war begeistert. Cian organisierte eine Spedition und ließ Carlo abholen um ihn in seinen Stall nach Irland zu bringen. Er ließ sich Zeit und arbeitete Carlo nur dressurmäßig über den Winter. Im Januar rief er mich an und fragte, ob ich einverstanden sei, dass er Carlo mit nach Florida/USA auf die Sunshine Tour mitnehmen werde. Ich willigte natürlich sofort ein, denn wann hat man schon einen Olympiareiter für sein Pferd. Carlo wurde also im Januar mit dem Flugzeug nach Wellington/USA gebracht wo er bis Ende März blieb. Cian setzte ihn in der Youngster Tour für achtjährige Pferde ein.
Das waren nur drei Prüfungen. Die erste sowie die zweite Qualifikation konnte er mit Carlo gewinnen und Ende März war dann das große Finale. Cian ritt Carlo mit sehr viel Gefühl und sehr vorsichtig. Vor allem war er nicht auf einen Sieg aus, sondern versuchte eine schöne Nullrunde zu reiten. Sein Vorgehen wurde mit einem 3. Platz belohnt. Ich bin natürlich vier Wochen in Florida gewesen und konnte live miterleben wie mein Carlo ging. Ich war überglücklich und voller Stolz der Besitzer eines so tollen Pferdes zu sein. Ich möchte mich bei Cian bedanken für das gute Management zwischen uns (er rief mich jede Woche an und berichtete mir von Carlos Werdegang und schickte mir Videos vom Springtraining) und er behandelte Carlo also ob es sein eigenes Pferd wäre. Das sind eben Profis. Nachdem Carlo wieder in Deutschland eingetroffen war, ließ ich ihn zu Annette Weirich in die Reitanlage bringen. Annette und ihre Tochter Leoni waren sofort begeistert von Carlo und so verkaufte ich ihnen meinen kleinen Braunen.
Carlo entwickelte sich weiter, und Leoni konnte mit ihm ein  internationalem S** Springen gewinnen, sowie viele Platzierung erreichen. Ich wünsche Familie Weirich, dass sie noch viele schöne Momente mit Carlo haben, und Leoni weiterhin viel Glück auf den Turnieren.

 

Um Carlo zu beschreiben braucht man nicht viel Worte, er ist ein Ausnahmenpferd mit einem starken Charakter und einem großen Kämpferherz.

Chanel
Holsteiner Wallach, Größe 1,68 m

Geb. 01.05.1983, Stamm 3030

von Calypso I a. der. Maerte Laertes – Heidelberg

Züchter: Jürgen Westphalen, Hodorf

Besitzer: Andreas Herskovits

Besitzer: Silvia Schluck, Neufahrn

 

Wie so oft bin ich einmal wieder nach Schleswig-Holstein gefahren, um dort die Auktion in Neumünster zu besuchen. Mein Ziel war es, einen nicht gekörten Hengst zu ersteigern.

 

Nachdem ich inzwischen ein paar Züchter und Freunde in Holstein hatte, empfahl mir einer einen jungen Hengst, der eigentlich mit zur Körung sollte, sich aber verletzte und aus diesem Grund nicht dabei war. Ich fuhr also zu dem Besitzer und ließ mir den Hengst zeigen. Er war ausdrucksvoll und hatte auch schöne Bewegungen. Der Besitzer war Hermann Kardel aus Neuendeich. Mit ihm bin ich bis heute noch gut befreundet. Er hatte mich zu sich ins Haus geladen um etwas zu klönen wie die Holsteiner sagen. Er sagt: „Muttern bring mal ne Butterstulle und nen Korn!“ Wir verbrachten eine schöne und interessante Zeit miteinander. Kurz um, ich kaufte den Hengst.

Als ich ihn dann vierjährig in Materialprüfungen vorstellte fing er auf einem Turnier plötzlich an Hengstmanieren zu zeigen. Es hat mit Steigen begonnen, ein Kontrollverlust war das Ende vom Lied. Wir sind sofort nach Hause gefahren. Gleich in der darauf folgenden Woche kam der Tierarzt und kastrierte ihn.

Chanel war dann ein ganz lieber Wallach und man konnte alles mit ihm machen. Ich ritt ihn in Vielseitigkeitsprüfungen. Aber sein Potential war das Springen. Man konnte ihn nicht abhalten und kein Sprung war ihm zu bunt um nicht darüber zu springen. Ich konnte ihn sogar bis zu 1,40 m – Springen reiten.

Als Chanel anfing Turniere zu gehen, kam ein junges Mädchen auf mich zu, stellte sich vor, und fragte ob ich nicht für Chanel eine Reitbeteiligung suchte. Ich sagte ja, und so kam es, dass Silvia nicht nur Chanel ritt, sondern auch auf Turnieren dabei war. Sie hatte sich in Chanel verliebt. Als dann Chanel schon acht Jahre alt war, fragte sie mich ob ich ihr nicht Chanel verkaufen würde. Nachdem sie reiterlich sehr gut mit ihm zurechtkam und sie auch ansonsten ein gutes Team waren, willigte ich gerne ein. Silvia war überglücklich. Sie siegte auf Anhieb mit ihm in L und M Springen und holte sich viele Platzierungen.
Später wurde er auch als Therapiepferd eingesetzt, wo er seinen Charakter und seine Stärke zeigte. Chanel wurde bei Silvia 30 Jahre alt. Ich bin ihr wirklich dankbar, dass sie sich so rührend um ihn gekümmert hat und ihn auch im Alter eine schöne Zeit ermöglichte.